Das Achtelfinale kann kommen! Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft zieht als Sieger der Gruppe B in die K.o.-Runde der Weltmeisterschaft in Frankreich ein. Mit einem 4:0 (3:0) gegen WM-Neuling Südafrika feierte das Team von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg den dritten Erfolg.

Melanie Leupolz (14.), Sara Däbritz (29.), Kapitänin Alexandra Popp (40.) und Lina Magull (58.) machten mit ihren Treffern die maximale Punkteausbeute in der Gruppenphase perfekt. Zuvor hatte der Olympiasieger jeweils 1:0 gegen China und Spanien gewonnen. Damit trifft der zweimalige Weltmeister im Achtelfinale am Samstag (ab 17.30 Uhr) auf den Dritten der Gruppe A, C oder D.

Popp: "Sind happy über den Gruppensieg"

"Wir haben noch Potenzial. Wir hatten das Glück des Tüchtigen, haben uns aber teilweise selbst das Leben schwer gemacht", so die Bundestrainerin. "Aber das Wichtigste ist, dass wir das Spiel gewonnen haben. Ich hoffe, dass uns die neun Punkte und vier Tore Selbstbewusstsein geben." Ihre Spielführerin Alexandra Popp sagte: "Grundsätzlich war es wichtig, dass wir den Ball haben laufen lassen. Wir haben gezeigt, dass wir Fußballspielen können. Das war wichtig", so Popp in der ARD. "Wir sind happy über den Gruppensieg. Das war unser erstes Ziel."

Voss-Tecklenburg stellte ihre Startelf im Stade de la Mosson in Montpellier im Vergleich zum Spiel gegen die Spanierinnen auf drei Positionen um. Klara Bühl und Lina Magull standen erstmals in ihrer Karriere in einer WM-Anfangself, zudem rückte Leupolz zurück ins Team. Vor Almuth Schult verteidigten Giulia Gwinn, Sara Doorsoun, Marina Hegering und Verena Schweers in der Viererkette. Im Mittelfeld erhielten Svenja Huth, Leupolz, Magull und Däbritz hinter der Doppelspitze Popp und Bühl. Wie schon zuletzt musste die DFB-Auswahl ohne Spielmacherin Dzsenifer Marozsan (Zehenbruch) auskommen. Laut Voss-Tecklenburg macht die 27-Jährige erste Fortschritte, ob es aber für das Achtelfinale am Wochenende reicht, steht noch nicht fest.

Vor 15.502 Zuschauern waren die Deutschen im ersten Duell mit "Banyana Banyana" schon in der dritten Minute der Führung nahe. Spielführerin Popp konnte aber nicht vollstrecken. Der Rekord-Europameister, der sich bei der Endrunde für Olympia 2020 in Tokio qualifizieren will, bestimmte auch im Anschluss das Geschehen. Leupolz belohnte das Team nach einer Ecke von Schweers per Kopf für die Bemühungen.

Popp hatte in der 16. Minute den zweiten Treffer auf dem Fuß, Däbritz machte es dann nach einer knappen halben Stunde in einer ähnlichen Situation besser und stellte auf eine Zwei-Tore-Führung. Im Anschluss vergaben die Deutschen zahlreiche Großchancen, bevor Popp das Ergebnis per Kopf gegen die Afrikanerinnen in die Höhe schraubte.

Chancenverwertung verhindert höheres Ergebnis

Zu Beginn des zweiten Durchgangs brachte Voss-Tecklenburg Carolin Simon für Verena Schweers, am Spielverlauf änderte das jedoch nichts. Das vierte Tor lag in der Luft, Leupolz hätte es per Kopf fast gemacht (55.). Nur wenige Minuten später staubte Magull nach einem Freistoß ab. Schon zuvor war Magull positiv aufgefallen, die 24-Jährige belebte spürbar das Spiel der Deutschen.

Nach einer guten Stunde ließ es die Elf von Voss-Tecklenburg ruhiger angehen - was auch den sommerlichen Temperaturen geschuldet war. Dennoch offenbarte die Abwehr Südafrikas immer wieder Lücken. Die Chancenverwertung blieb jedoch ein Thema. In der Schlussviertelstunde hätte das halbe Dutzend längst voll sein können - auch wenn Torhüterin Almuth Schult in der 74. Minute zum ersten Mal gegen Thembi Kgatlana gefordert war.

Quelle: DFB


Last Updated (Monday, 17 June 2019 20:10)