Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft hat ihr erstes Spiel bei der Weltmeisterschaft in Frankreich nach einer kämpferisch starken Leistung 1:0 (0:0) gegen China gewonnen und somit für einen guten Turnierstart gesorgt. WM-Debütantin Giulia Gwinn (66.) schoss das Team von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg in Rennes zum Auftaktsieg.

"Es war heute viel harte Arbeit", bilanzierte Voss-Tecklenburg, "aber das Team hat es gut gemacht. Wir mussten mit hohem Aufwand spielen und haben lange Zeit unseren Treffer nicht erzielt. Trotzdem haben wir uns nicht aus unserem Rhythmus bringen lassen und uns durchgebissen. Am Ende haben wir uns mit diesem 'verdammten' Tor belohnt."

Gwinn: "Das Tor gibt Selbstvertrauen"

Siegtorschützin Gwinn war zufrieden: "Es ist natürlich schön, zum Auftakt der WM so ein Tor zu schießen. Das gibt Selbstvertrauen. Aber wichtig ist vor allem, dass wir mit drei Punkten gestartet sind. Wir hatten Höhen und Tiefen in unserem Spiel, wir haben viel auf die Socken bekommen. Aber was zählt, sind die drei Punkte."

Joti Chatzialexiou, Sportlicher Leiter Nationalmannschaften, lobte das deutsche Team für sein Durchhaltevermögen. "Es war leider kein gutes Fußballspiel aber dafür ein hart umkämpfter 'dreckiger Sieg'. Unsere Spielerinnen haben die deutschen Tugenden beherzigt und am Ende war es ein Sieg des Willens und der Mentalität und ein vom Ergebnis her guter Start in die WM", erklärte er. "Ich freue mich ganz besonders über das Tor von Giulia, weil es vor allem für die jungen Spielerinnen in unserem Team wichtig ist mit einem guten Gefühl ins Turnier zu starten. Jetzt gilt es das Spiel zu analysieren, die Geschenke der ersten Halbzeit abzustellen, um in das nächste Spiel gegen Spanien gestärkt und mit Selbstvertrauen rein zu gehen", so Chatzialexiou weiter.

Offensive Anfangsphase mit Lattenpech für Simon

Im Vergleich zur WM-Generalprobe in der vergangenen Woche gegen Chile (2:0) bot Bundestrainerin Voss-Tecklenburg eine lediglich auf einer Position veränderte Startelf auf. Für Lea Schüller rückte WM-Debütantin Gwinn auf die linke Offensivseite, Kathrin Hendrich vom FC Bayern nahm dafür den rechten Innverteidigerinnenplatz in der Viererkette ein.

Deutschland gab vor 15.283 Zuschauern im Roazhon Park gleich zu Beginn den Ton an. Bereits in der 2. Minute kam Svenja Huth zu einer ersten gefährlichen Aktion, als die Potsdamerin nach einer Flanke von Alexandra Popp einköpfbereit am linken Pfosten lauerte. Doch Chinas Torhüterhin Peng Shimeng brachte noch ihre Fingerspitzen dazwischen. Keine 60 Sekunden später war es Sara Däbritz, die mit einem Schuss aus 20 Metern Entfernung den Ball nur wenige Zentimeter neben den rechten Pfosten setzte.

China tauchte in der 14. Minute erstmals vor dem deutschen Tor auf. Nach einem missglückten Pass von Sara Doorsoun in der eigenen Hälfte fingen die Asiatinnen den Ball blitzschnell ab und setzten zum Konter an. Wang Shanshan und Yang Li, die beiden chinesischen Angreiferinnen, kombinierten sich durch den deutschen Strafraum, ehe Marina Hegering mit einer geschickten Grätsche rettend zu Tat schritt.

China scheitert ebenfalls am Aluminium

Danach setzte die DFB-Auswahl ihr Offensivspiel fort. In der 17. Minute scheiterte Carolin Simon mit einer Flanke von der rechten Seite an der Latte des chinesischen Tores. Popp beförderte nur drei Minuten später einen Kopfball auf das gegnerische Tornetz. Deutschlands Kapitänin, die sich gegen China-Keeperin Peng im Luftduell behauptet hatte, musste anschließend kurzzeitig verletzungsbedingt behandelt werden, spielte aber weiter.

Gegen tief stehende Chinesinnen kam Huth in der 27. Minute zur nächsten Torchance, als sie nach einem Tempodribbling an der Strafraumgrenze mit einem trockenen Schuss abschloss. Anschließend agierte China wieder mutiger. Die bis dato größte Gelegenheit des Weltranglistensechszehnten verzeichnete Li Yang, die aus zentraler Position im Strafraum am Pfosten scheiterte.

Gwinn überwindet Peng mit Kracher aus der zweiten Reihe

In der Pause nahm Bundestrainerin Voss-Tecklenburg eine Veränderung an ihrer Formation vor: Lena Sophie Oberdorf ersetzte Simon. Auf dem Platz tasteten sich beide Teams in den ersten Minuten zunächst ab. Die erste Chance des zweiten Durchgangs gehörte Gwinn (57.), deren Flanke von der linken Seite Chinas Torhüterin in Bedrängnis brachte.

Deutschland blieb danach am Zug. Marina Hegering und Popp näherten sich in der 60. Minute gefährlich dem chinesischen Tor, blieben aber ohne Treffer. Mehr Glück im Abschluss besaß Gwinn. Die Freiburgerin versenkte in der 66. Minute den Ball mit einem satten Rechtsschuss aus zweiten Reihe im chinesischen Tor. Es war der Siegtreffer, der Deutschland einen gelungenen Start in die WM bescherte.

Quelle: DFB