"Four in a row": Die deutsche U17-Juniorinnen-Nationalmannschaft steht zum vierten Mal in Folge in einem Finale der Europameisterschaft und greift am Freitag (ab 13 Uhr, live auf Sport1) in Bulgarien nach dem siebten Titelgewinn der Geschichte. Im Halbfinale setzte sich das Team der scheidenden DFB-Trainerin Ulrike Ballweg 2:0 (1:0) gegen Portugal durch und trifft im Endspiel am Freitag (ab 13 Uhr, live auf Sport1) in Albena auf die Niederlande, die Titelverteidiger Spanien im zweiten Halbfinale am frühen Abend 3:1 besiegten. Damit kommt es zur Neuauflage des Vorrundenspiels, das die Niederlande knapp 3:2 für sich entschieden.

Sophie Weidauer (25.) von Turbine Potsdam traf in der ersten Halbzeit, Carlotta Wamser (50.) von der SpVg Brakel legte gleich nach Wiederbeginn des zweiten Durchgangs im Druzhba Stadion in Dobrich mit ihrem vierten Turniertor zum viel umjubelten Erfolg nach.

Ballweg glücklich: "Ich bin megastolz"

"Ich bin megastolz auf meine Mannschaft! Sie hat das heute super gemacht - von der ersten Minute an", sagte Ulrike Ballweg, die nach dem Turnier in den DFB-Talentförderbereich wechselt. "Wir hatten durch einige Verletzungen nicht die besten Voraussetzungen heute, haben das aber klasse angenommen und die Portugiesinnen von Anfang an mit Herz bekämpft. Es ist sehr schön und wir sind sehr glücklich und feiern jetzt heute, bevor wir uns ab morgen auf das Finale vrobereiten."

Die deutsche Mannschaft ging nach dem Gewinn der Vorrundengruppe B mit viel Selbstbewusstsein in den ersten Vergleich überhaupt mit den Portugiesinnen. Bereits nach 70 Sekunden hatte Kapitänin Gia Corley den Führungstreffer auf dem Fuß, scheiterte aber an der gut reagierenden Adriana Rocha im Portugal-Tor. Deutschland agierte häufig mit vertikalen Pässen in die Spitze und kam so immer wieder zu guten Abschlussmöglichkeiten. So wie in der siebten Minute, als Corley und Wamser eine Doppelchance (7.) zum 2:0 hatten.

Kleiner Haken: die Chancenverwertung

Portugal konnte sich hingegen kaum einmal aus der Defensive befreien, da die DFB-Juniorinnen früh pressten und sicher in der Abwehr standen. Erst in der 23. Minute hatte der sechsmalige EM-Champion Glück, als Freund und Feind eine scharfe Hereingabe verpassten und der Ball nur knapp am deutschen Tor vorbeirauschte.

Auf der Gegenseite fuhr Deutschland einmal mehr einen seiner gut vorgetragenen Angriffe. Die agile Wamser setzte sich an der Torauslinie stark im Eins-gegen-Eins durch und legte mit Auge für Weidauer im Rückraum vor, die sich ihren dritten Turniertreffer nicht nehmen ließ. In der Folge hielt das DFB-Team den Druck weiter hoch. Weidauer (30., 38.) sowie Jule Brand und Corley (31.) mit einer weiteren hochkarätigen Doppelchance verpassten jedoch, das zweite Tor im ersten Durchgang nachzulegen. "Das ist vielleicht der einzige Haken heute, dass wir die vielen Chancen nicht genutzt haben. Dann hätten wir noch beruhigter agieren können", so Ulrike Ballweg im Anschluss an die Partie.

Wamser krönt starken Auftritt mit viertem Turniertor

Dieses fiel nur fünf Minuten nach Wiederanpfiff: Nicole Woldmann eroberte an der rechten Außenbahn den Ball und flankte mit viel Übersicht an den zweiten Pfosten, wo Wamser mit dem Innenrist volley zum 2:0 verwandelte.

Portugal stellte daraufhin etwas um und wurde offensiver. Dadurch ergaben sich für die DFB-Mädels noch mehr Räume. Lisanne Gräwe (61.) und Corley (63.) nutzten schnelle Umschaltaktionen des deutschen Teams jedoch nicht. In der Folge nahm sich die Partie eine Auszeit.

Erst in den letzten zehn Minuten kam wieder Schwung in die Partie - ausgehend vom Ballweg-Team. Weidauer und Woldmann (80.), Wamser (82.) und ein Lattentreffer durch Weidauer in der 84. Minute waren die Höhepunkte der Schlussphase.

Quelle: DFB