Nach dem 4:1-Auftaktsieg gegen Titelverteidiger Nordkorea haben Deutschlands U 17-Juniorinnen bei der WM in Uruguay im zweiten Spiel eine Niederlage einstecken müssen. Das Team von DFB-Trainerin Ulrike Ballweg verlor gegen Kamerun nach einem Treffer von Alice Kameni (54.) 1:0 (0:0).

Trotz der Niederlage hat Deutschland aber noch alle Chancen, sich für das Viertelfinale (24./25. November) zu qualifizieren. In der Tabelle der Gruppe C haben aktuell alle vier Teams drei Punkte auf dem Konto. Dank des besseren Torverhältnisses liegt die DFB-Auswahl auf Platz eins, vor Nordkorea, den USA und Kamerun. Die Asiatinnen hatten sich am frühen Abend 3:0 (2:0) gegen die Amerikanerinnen durchgesetzt.

Im Vergleich zum ersten Gruppenspiel bot Trainerin Ballweg, die die erkrankte Cheftrainerin Anouschka Bernhard vertritt, eine nahezu identische Startelf auf. Lediglich auf zwei Positionen gab es Veränderungen: Pauline Berning ersetzte im Mittelfeld Gia Corley, im Sturm begann Sophie Weidauer für Ivana Fuso.

Lebendiges Spiel mit Chancen auf beiden Seiten

1227 Zuschauer im Estadio Profesor Alberto Suppici sahen einen lebendigen Spielbeginn. Nach vier Minuten hatte Shekiera Martinez die erste Chance für Deutschland auf dem Fuß, als sie in der Mitte der kamerunischen Strafraums zum Abschluss kam. Der Ball ging allerdings knapp am linken Pfosten vorbei.

Kamerun zeigte sich vom flotten deutschen Spiel nicht beeindruckt und suchte ebenfalls den Weg zum Tor. Die beste Gelegenheit besaß Marie Ngah Manga in der 16. Minute, als sie auf der linken Strafraumseite frei vor Torhüterin Wiebke Willebrandt auftauchte, den Ball jedoch leichtfertig vertändelte.

Auch in der Folge stellte Kamerun die deutsche Abwehr immer wieder vor schwierige Aufgaben, blieb im Abschluss aber zu ungenau. Ngah Manga scheiterte in der 23. Minute mit ihrem Konter, Teamkollegin Kameni verzog in der 39. Minute ihren Distanzschuss nur knapp am rechten oberen Toreck vorbei. Deutschland sorgte meist über schnelles Außenbahnspiel für Entlastung, doch die Zuspiele fanden in der Strafraummitte kaum einen Abnehmer. Torlos ging es in die Halbzeitpause.

Deutschland gerät unglücklich in Rückstand

Im zweiten Durchgang fand Deutschland zunächst besser ins Spiel, befand sich nach einer Verkettung unglücklicher Umstände ab der 54. Minute jedoch im Rückstand. Als Kamerun in der Vorwärtsbewegung war, ließ Greta Stegemann einen Ball durch die Abwehrkette passieren; Laura Donhauser, die klären wollte, fiel hin. So hatten Ngah Manga und Kameni freie Bahn Richtung deutsches Tor - letztere hatte dann auch keine Probleme, die Kugel einzuschieben. Es war das erste kamerunische Tor bei dieser WM.

Das deutsche Team berappelte sich aber schnell und kam durch Sophie Weidauer nur drei Minuten später zu einer aussichtsreichen Ausgleichschance, als sie den Ball im Mittelfeld abfing und einen satten Schuss aus 17 Metern abgab. Der Ball strich dicht am linken Pfosten vorbei.

Gegen die USA kann Viertelfinaleticket gelöst werden

Deutschland nahm in der Folge weiter Anlauf, das 1:1 zu erzielen, musste sich aber rustikalem Abwehrspiel der Kamerunerinnen auseinandersetzen. Durch zahlreiche Spielunterbrechungen wollte beim DFB-Team kein rechter Spielfluss mehr aufkommen. In der Schlussphase versuchten die deutschen Spielerinnen den Erfolg zu erzwingen, agierten im Torabschluss aber zu unkonzentriert.

Am kommenden Mittwoch (ab 21 Uhr MEZ) ergibt sich für die deutsche Mannschaft die Chance, es besser zu machen. Dann steht das abschließende Gruppenspiel gegen die USA an. Ein Unentschieden würde genügen, um ins WM-Viertelsfinale einzuziehen.

Quelle: dfb.de


Last Updated (Saturday, 17 November 2018 23:09)