Ohne Glück im Abschluss: Torjägerin Célia Okoyino da Mbabi (r.)  © Bongarts/GettyImages
Ohne Glück im Abschluss: Torjägerin Célia Okoyino da Mbabi (r.)

Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft hat den Gruppensieg bei der EURO 2013 in Schweden Norwegen überlassen müssen. Nach dem 0:1 (0:1) gegen die Skandinavierinnen ziehen die Titelverteidigerinnen somit als Zweiter der Gruppe B ins Viertelfinale ein, wo am Sonntag (ab 18 Uhr, live in der ARD und bei Eurosport) in Växjö Italien wartet.

Es war zugleich die erste Niederlage nach 28 ungeschlagenen Partien bei einer EM. Zuletzt hatten die DFB-Frauen am 3. Juli 1993 im italienischen Cesenatico im damaligen "kleinen" EM-Finale 1:3 (1:2) gegen Dänemark verloren.

Bundestrainerin Silvia Neid war mit der Leistung ihrer Mannschaft unzufrieden, vor allem in den ersten 45 Minuten. "Die erste Halbzeit war unterirdisch. Alles war viel zu träge, ideenlos. Wenn eine Spielerin den Ball hatte, wollte höchstens eine andere den Ball haben. Das ist zu wenig für einen Gegner wie Norwegen", erklärte sie. "In der zweiten Halbzeit haben sie sich viel besser bewegt, viel mehr Tempo gezeigt. Mir hat das gezeigt, dass sie es eigentlich können, es aber in der ersten Halbzeit nicht abgeruft haben - die Frage ist, wieso."

Norwegen startet forsch

Vor 10.346 Zuschauern in der Arena in Kalmar starteten die Norwegerinnen frech und angriffslustig. Bei einem Freistoß von Emilie Haavi reagierte Torhüterin Nadine Angerer in der vierten Minute stark. Im Anschluss übernahm der zweimalige Weltmeister, bei dem die gelbgesperrte Jennifer Cramer und Lena Goeßling (grippaler Infekt) fehlten, das Kommando. Die ebenfalls bereits für das Viertelfinale qualifizierten Norwegerinnen, die sechs Stammkräfte schonten, lauerten auf Konter. Trotz der Feldüberlegenheit konnte sich das Team nur wenige klare Chancen erarbeiten. Lediglich Torjägerin Célia Okoyino da Mbabi sorgte für Gefahr (13., 24.).

Deutschland drückt, aber Isaksen trifft

Mitte der ersten Hälfte wurde der Druck der Titelverteidigerinnen immer größer und die Gelegenheiten besser. Erst landete ein Schuss Saskia Bartusiaks von der Mittellinie an der Latte (29.), wenige Sekunden später traf Luisa Wensing nach der anschließenden Ecke per Kopf die Querstange (30.).

Unmittelbar vor der Halbzeitpause geriet die Neid-Elf dann völlig überraschend in Rückstand, als ein Schuss Ingvild Isaksen von der Strafraumgrenze von Teamkameradin Elise Thorsnes unhaltbar für Angerer ins Tor abgefälscht wurde (45.+1).

Keßler und Okoyino da Mbabi verpassen den Ausgleich

Unglückliche Niederlage: Dzsenifer Marozsan (l.) und die deutschen Frauen  © Bongarts/GettyImages
Unglückliche Niederlage: Dzsenifer Marozsan (l.) und die deutschen Frauen

Der Führungstreffer spielte Norwegen in die Karten. Die Dominanz der DFB-Frauen wurde zwar größer, doch die norwegische Defensive löste die brenzligen Situation entweder mit viel Geschick oder es mangelte beim letzten Pass der deutschen Angreiferinnen an Präzision. Auf der anderen Seite musste Angerer in der 65. Minute einen Fernschuss von Caroline Hansen über die Latte spitzeln.

Die eingewechselte Melanie Behringer leitete mit ihrer Flanke dann die beste Möglichkeit der deutschen Elf nach dem Rückstand ein, doch Okoyino da Mbabi konnte ihren Kopfball freistehend nicht gut genug platzieren (72.). Kurz darauf tauchte Nadine Keßler alleine vor Ingrid Hjelmseth auf, lobbte den Ball aber auf das Tornetz, statt hinein (76.).

Der Druck wurde nun immer größer, die Norwegerinnen kamen kaum noch aus der eigenen Hälfte heraus. Der Ausgleich wollte aber nicht mehr fallen.

Das meinen DFB.de-User:

"Weiter so, nur so kann ein Umbruch gelingen!! Frau Neid ist genau die richtige Trainerin. Die Diskussion, die jetzt von unqualifizierten öffentlich-rechtlichen Kommentatoren losgetreten wird, sind unqualifiziert. Natürlich haben die Girls nicht soo gut gespielt, ist das ein Wunder. Auch sie müssen Erfahrungen sammeln." (Bettina Bachmann)

"Seit der WM 2011 verfolge ich - am Fernsehen oder live - mit Begeisterung sämtliche Länderspiele der Frauen. Silvia Neid, die in letzter Zeit die PK's sehr gelassen, mit Sachverstand und Humor absolviert, leistet als Bundestrainerin mit ihrer Erfahrung wunderbare Arbeit! Nur zwei Niederlagen innerhalb von zwei Jahren - weiter so, Frau Neid, das macht Mut!" (Heike Dreyer, Wiesbaden)

Quelle: DFB