Dr. Theo Zwanziger auf der Pressekonferenz des 1. FFC Frankfurt neben Lira Bajramaj

Der ehemalige DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger war als Gast zur Saisoneröffnungs-Pressekonferenz des 1. FFC Frankfurt geladen und wurde in diesem Rahmen von Journalisten gefragt, wie er denn die Auswirkungen der Weltmeisterschaft 2011 in Deutschland auf die Vereine und die Bundesliga einschätze. Dies nutzte Zwanziger zu einer kurzen, aber heftigen Abrechnung mit dem Hamburger SV, der mit Ablauf der vergangenen Saison sein Frauenfußballteam aus der Bundesliga zurück gezogen hat: „Es ist ein Skandal, was da gelaufen ist. Die Männer verbrennen die Millionen, und die Frauen werden dafür bestraft, und das in einer Millionenstadt wie Hamburg, die beste Voraussetzungen auch für den Frauenfußball bieten sollte!“ Zwanziger zeigte sich aber auch enttäuscht von den Frauen, weil sie es nicht schafften, sich vom HSV zu lösen und einen eigenen Verein zu gründen. Insgesamt riet Zwanziger den Frauen zu mehr Eigenständigkeit. Männerfußball sei Kommerz, das sei nicht schlecht, berge aber viele Risiken, von denen die Frauen sich abkoppeln sollten.

Auch über die Medien ist Zwanziger nicht glücklich. Er kritisierte, dass das Champions-League-Qualifikationsspiel der Männer zwischen Dynamo Kiew und Borussia Mönchengladbach gestern auf eine Quote von 3,74 Millionen Zuschauern kam und in der Prime Time um 20.15 gezeigt wurde, während bisher selbst die Länderspiele der Frauen nur am Nachmittag gezeigt werden. „Diese Quote hätten die Frauen mit einem Länderspiel allemal geschafft“, meinte Zwanziger, der den Fernsehanstalten vorwarf, während der WM Übertragungen der Frauen-Spiele auch in der Prime Time für die Zukunft versprochen zu haben.

„Insgesamt hat die WM aber viele Türen geöffnet. Das, was da in den Jahren 2010 mit der U20 WM und 2011 aufgebaut worden ist, war eine großartige Leistung der deutschen Gesellschaft für die Anerkennung des Frauenfußballs“. Diesen Schwung müssten die Vereine jetzt auch aufnehmen. Der 1. FFC Frankfurt sei da ein Leuchtturm, Hamburg dagegen ein Skandal.

Quelle: Fansoccer

 


Last Updated (Thursday, 30 August 2012 16:48)