„Das war ein absolut verdienter Sieg“ und „Wir haben unsere Chancen nicht genutzt.“ Zwei Trainer, zwei Kommentare zum U17-Niederrheinliga-Derby Borussia gegen FSC. Welches Zitat kommt wohl von wem? „Ist doch völlig klar“, würde jeder sagen, der sich in der hiesigen Mädchenfußball-Szene ein bisschen auskennt: Der FSC schlägt Borussia, wie immer. Ist das langweilig.

Falsch gedacht. Denn diesmal war es umgekehrt, und das wurmt natürlich vor allem FSC-Trainer Wolfgang Wassenberg. „Wir haben die erste Halbzeit komplett verschlafen“, gibt er zu. Und während die einen selig schlummerten, schossen die anderen drei Tore. Nach der Pause war der FSC dann aber auf einmal hellwach, und die FSC-Anhänger unter den rund 200 Zuschauern konnten sich über richtigen Powerfußball auf das Borussen-Tor freuen. Cansu Yag erzielte dann nach etlichen vergeblichen Versuchen in der 55. Minute den Anschlusstreffer und verkürzte wenige Minuten später noch auf 2:3. Doch sowohl sie als auch die zweite Sturmspitze Adriana Bajramaj konnten ihr Potenzial nicht voll ausschöpfen. Mit dem 4:2, das die starke Bianca Jäschke erzielte, war die Partie dann gelaufen.

Wenigstens ein FSC-Sieg

Die „Großen“aus der Regionalligamannschaft des FSC machten es dafür gestern richtig gut und konnten sich mit einem 2:1-Sieg über Heike Rheine wieder ein Stück vom Abstieg entfernen. Die langzeitverletzte Conny Jansen spielte dabei das erste Mal wieder mit und bekam viel Lob vom Trainer. „Sie ist genau das, was wir immer gesucht haben. Sie ist eine echte Spielmacherin und gibt gute Impulse“, so Wassenberg.

Nachdem Barbara Müller und Christel Behr dem Team schon in der Halbzeit zur 2:1-Führung verholfen hatten, versuchte man nach der Pause vor allem das Ergebnis zu halten. „Schön spielen hilft uns in unserer Situation nicht“, stellte Wassenberg fest. Die Taktik ging auf und der FSC konnte sich über den ersten Sieg der Rückrunde freuen. Einziger Wermutstropfen: Die rote Karte für Nadine Timmermanns in der 80. Minute.

Bei Borussia blieben jedoch die Mädchen die Gewinner des Wochenendes. Die Verbandsligamannschaft spielte gegen Ratingen-West laut Trainer Jürgen Meis „erschreckend schlecht“. Er beklagt vor allem mangelnde Laufbereitschaft und „zu wenig Offensivdrang“. Das wurde bitter bestraft: In der 85. Minute kam der Gegner durch einen Freistoß zum 1:0-Sieg.

„Wenn die Frauen heute den Siegeswillen gehabt hätten, den die Mädchen gestern hatten, wäre ich zufrieden“, resümiert der Trainer das Wochenende.

Quelle: RP vom 26.03.2007

 


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