Ein Schal reist um die Welt    

Der erste Frauenfußball-Fanclub von Borussia Mönchengladbach, mit Sitz in Helenabrunn, hat über ein Jahr Reisenden seinen Fanschal mit auf den Weg gegeben. Entstanden sind viele kuriose Fotos. 
Der Fan und sein Schal: Franz-Jürgen Meis und seine Lebensgefährtin Gabi Koepp (rechts) hatten die Idee zu der Aktion. Heike und Günter Strysio (links) aus Boisheim reisten mit dem Schal nach Oslo.  Foto:  Busch
Der Fan und sein Schal: Franz-Jürgen Meis und seine Lebensgefährtin Gabi Koepp (rechts) hatten die Idee zu der Aktion. Heike und Günter Strysio (links) aus Boisheim reisten mit dem Schal nach Oslo.
Foto: Busch

Gut, dass Franz-Jürgen Meis an diesem Tag im September 2010 fror. Der Viersener war gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Gabi Koepp im Urlaub in Dänemark, als ein kalter Wind für Gänsehaut sorgte. Also holte Meis den Schal aus dem Kofferraum seines Autos, der schon seit Wochen darin lagerte. Es handelte sich um ein schwarz-weißes Modell mit grünen Fransen an den Enden. Auch die Borussia-Raute ist eingewebt.

Meis ist der Vorsitzende des ersten Frauenfußball-Fanclubs von Borussia Mönchengladbach "Seele brennt 2009" und der Schal war ein Muster, das er für seinen Club anfertigen ließ. An diesem Tag im Urlaub bittet er seine Lebensgefährtin, ein Bild von ihm mit dem Schal vor Schloss Sonderburg zu machen. "Und plötzlich hatte ich diese Idee vor Augen: Was wäre, wenn wir daraus eine Aktion machen?", erzählt Meis.

 

Die Aktion

Spenden Insgesamt sind rund 2500 bis 3000 Euro zusammengekommen.

Das Buch wird neben den Fotos auch Reiseberichte der Teilnehmer sowie Presseberichte und Fotos von dem Schal mit prominenten Persönlichkeiten enthalten und rund 100 Seiten haben.

Der Schal wird nun am Ende der Aktion gewaschen und dem Archivar von Borussia Mönchengladbach übergeben.


Für einen guten Zweck

Zurück in Deutschland machte sich Meis gleich an die Arbeit. Zusammen mit den anderen Clubmitgliedern tüftelte er das Konzept für die Aktion aus. "Wir wollten die Sache auch für den guten Zweck machen und haben deshalb beschlossen, dass jeder, der den Schal mit auf Reisen nimmt, eine Spende zahlen soll", so Meis. Außerdem sollte jeder Reisende ein landesübliches Souvenir mitbringen. Und natürlich ein Bild mit dem Schal machen.

Insgesamt ist der Schal seitdem 31 Mal verreist. Es gibt Fotos mit ihm vor den Pyramiden in Ägypten, vorm Ayers Rock in Australien, aber auch vor der Davidswache auf der Hamburger Reeperbahn. 34 weitere Reisen musste Meis absagen aufgrund zeitlicher Überschneidungen. "Es war wirklich Wahnsinn, wie viele Leute sich gemeldet haben", sagt er. Inzwischen hat es der Schal auf fünf Kontinente geschafft und war mit allen erdenklichen Transportmitteln unterwegs: eine Pilgertruppe nahm ihn mit, ein anderer fuhr mit ihm im Gepäck mit dem Fahrrad von Leipzig nach Kiew. Und in Regensburg wurde er sogar vom Bischof gesegnet.

Oft war es gar nicht leicht, die Übergabe des Schals zu organisieren. "Nach Hamburg sind wir damals eigentlich nur gefahren, um den Schal dort abzuholen und haben das dann mit einem Wochenendtrip verbunden", erzählt Meis. Ein anderes Mal warf er den Schal in den Briefkasten eines Reisenden, nur um kurze Zeit später festzustellen, dass der schon längst über alle Berge war. "Also musste ich das gute Stück mühsam wieder rausfischen", sagt Meis lachend.

Aus den Reisefotos und Reiseberichten soll im Frühjahr ein Buch entstehen, die Souvenirs der Reisenden werden im Februar verlost. Die Spenden fließen an eine Behinderteinrichtung in Neuwerk und den Kinderschutzbund.

Quelle: RP

 

 

Last Updated (Thursday, 12 January 2012 01:12)